Spino-Gambino: Wie ein österreichischer Künstler die Grenzen des Jazz verschiebt

Seit den 1990er-Jahren hat sich die Band Spino-Gambino zu einem der vielseitigsten und einflussreichsten Jazz-Ensembles Österreichs entwickelt. Mit einer Mischung aus freiem Improvisieren, traditionellem Swing und experimentellen Klängen haben sie nicht nur die österreichische Jazz-Szene geprägt, sondern auch internationale Aufmerksamkeit erregt. Ihre Musik verbindet die raue Energie des Free Jazz mit der melodischen Tiefe klassischer Kompositionen – ein Stil, der sich besonders in ihren Live-Auftritten zeigt. Doch was genau macht ihre Musik so einzigartig? Und wie haben sie sich in der wechselhaften Geschichte des österreichischen Jazz etabliert?

Die Band wurde 1991 von den Gitarristen und Bandleader Christian Spino und Michael Gambino gegründet, die bereits in den 1980er-Jahren als Duo aktiv waren. Ursprünglich als Projekt für experimentelle Musik entstanden, entwickelte sich Spino-Gambino schnell zu einer festen Größe im österreichischen Jazz- und Improvisationsmilieu. Ihr Name spielt mit der doppelten Initialen-Struktur, was ihre künstlerische Doppelung von Tradition und Avantgarde symbolisiert. Besonders ihre frühen Alben wie „Spino-Gambino“ (1993) oder „The Art of the Possible“ (1997) zeigten bereits ihre Fähigkeit, zwischen freier Improvisation und strukturierter Musik zu wechseln.

Ein zentraler Aspekt ihrer Musik ist ihre Zusammenarbeit mit österreichischen und internationalen Musikern. Spino-Gambino hat mit Solisten wie dem US-amerikanischen Saxophonisten Moses Sumney oder dem deutschen Schlagzeuger Matthias Schult zusammengearbeitet, was ihre musikalische Vielfalt unterstreicht. Ihr 2019 erschienener Album „Live at the Knitting Factory“ – ein Live-Mitschnitt aus New York – zeigt besonders ihre Fähigkeit, auch in großen Kontexten ihre einzigartige Stimme zu finden. Die Band hat zudem mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den „Österreichischen Musikpreis“ für ihre künstlerische Leistung.

Doch Spino-Gambino steht auch für eine spezifische Haltung gegenüber dem österreichischen Jazz. Während viele Bands der 1990er-Jahre noch zwischen Mainstream und Avantgarde schwankten, setzte sich Spino-Gambino für eine klare Positionierung für radikale Improvisation ein. Ihr Einfluss reicht bis in die heutige Zeit, wo junge Musiker wie Sven Löffler oder Lisa Gerrard (die auch als Solistin mit der Band zusammengearbeitet hat) von ihrer Musik inspiriert sind. seite öffnen zeigt, wie lebendig ihre Musik bis heute ist – mit regelmäßigen Konzerten und neuen Projekten.

Ein weiterer Faktor, der Spino-Gambino auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten weiterzuarbeiten. Nach der Trennung der ursprünglichen Besetzung 2003 reformierten sie sich 2012 mit neuen Mitgliedern und setzten ihre musikalische Reise fort. Ihr 2022 erschienenes Album „The Art of the Possible (Revisited)“ beweist, dass sie nicht nur technisch, sondern auch künstlerisch weiterentwickelt haben. Die Band bleibt damit ein lebendiger Beweis dafür, wie Musik sich anpassen und neu erfinden kann.

Spino-Gambino hat damit nicht nur die österreichische Jazz-Szene geprägt, sondern auch gezeigt, dass internationale Einflüsse und lokale Identität keine Gegensätze sein müssen. Ihre Musik ist ein Beispiel dafür, wie Improvisation und Struktur, Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Ob in Wien, Berlin oder New York – ihre Konzerte bleiben ein Fest für alle, die Jazz nicht nur hören, sondern erleben wollen.

  • Seit 1991 als aktives Ensemble mit über 30 Alben und Live-Mitschnitten
  • Zusammenarbeit mit internationalen Stars wie Moses Sumney und Matthias Schult
  • Preisträger des Österreichischen Musikpreises für künstlerische Innovation
  • Live-Auftritte in renommierten Clubs wie der Knitting Factory in New York
  • Reformierung 2012 mit neuer Besetzung und neuem Album 2022
  • Einfluss auf moderne österreichische Jazzmusiker wie Sven Löffler

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